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Unabhängigkeit tut gut – Teil 3

von Bernd Klane 04/2026

Auf der Messe Neckar-Alb Regenerativ im März diesen Jahres entstanden auf den Experten-Bühnen informative Diskussionen, u.a. zum Thema, welche Praxistipps und Entscheidungshilfen beim Heizungstausch zur Verfügung stehen.

Mit der Wahl eines Heizungssystems wird der Hausbesitzer automatisch Teil einer ganzen Energieversorgungs-Kette. Im Rahmen der Diskussion brach die Diskrepanz auf, dass für den Heizungstausch Wärmepumpen von der Bundesregierung und ihren nachgeschalteten Organisationen sowie von Herstellern bzw. Fachbetrieben massiv in den Vordergrund gestellt werden. In Baden-Württemberg muss jedoch der hohe Strombedarf von Wärmepumpen während der Heizsaison durch Stromzukauf und fossile Kraftwerke gedeckt werden. Ein angekündigter Umbau des Stromnetzes wird dies nur abschwächen können.

Die obige Darstellung mit Grafiken der Bundesnetzagentur von Baden-Württemberg (smard.de) stellt das reale Netzgeschehen vom Juni 2025 und Monatswechsel Januar/Februar 2026 dar. Mit dieser Betrachtung wurde klar, dass in der Heizsaison eine starke Unterdeckung der Stromversorgung vorliegt und grüner Strom kaum zur Verfügung steht. Der immer weitere Zubau von stromlastigen Heizungen – denn die Wärmepumpen brauchen in der Heizsaison enorme Strommengen – führt zu immer größeren Deckungsengpässen, viel Kohlestrom und zwingt zum Stromimport sowie zum Bau neuer Gaskraftwerke.

Im Sommer hingegen bringt die hohe Photovoltaik-Einspeisung den Strommarkt durcheinander. Eine Folge ist, dass viele Gaskraftwerke gebaut werden müssen (für die BRD sind 12 GW im Gespräch), die bei Sonnenmangel flexibel einspringen müssen. Die boomenden Batterie-Großspeicher werden uns noch nicht einmal ermöglichen, Sommernächte mit Sonnenstrom abzudecken.

Was viele Verbraucher nicht wissen: Starre Einspeisevergütungen für Photovoltaik, Windkraftanlagen, Kompensationszahlungen, Speicher, Netze, Gaskraftwerke haben den Strompreis an der Börse innerhalb weniger Jahre bereits mehr als verdoppelt (Strombörse 2018: 3,8 C/kWh, 2025: 8,9 C/kWh). Eine weitere Kostenlawine ist bereits ausgelöst und wird kaum noch überblickt. Für den Privatverbraucher wird das im Strompreis aufgrund schuldenfinanzierter Subventionen nicht erkennbar. Die Industrie hängt an den Börsenstrompreisen. Ihre Konkurrenzfähigkeit sinkt, teils wandern Industriebetriebe ins Ausland ab.

Angesichts dieser Probleme wurden für Hausbesitzer die Stärken der Kombination Holzheizung ~ Solarenergie (Photovoltaik und/oder Solarthermie) in der waldreichen Region Zollernalb hervorgehoben. Dies darf auch regional nicht als flächendeckende Lösung verstanden werden. Vielmehr sollte individuell und angepasst an Gegebenheiten geplant und umgesetzt werden. So wird der einzelne Haushalt unabhängiger von zunehmenden Turbulenzen auf dem Energiemarkt.

Fortsetzung folgt.