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Solarthermie erfüllt Solar-Pflicht, auch PV-Pflicht genannt

von Bernd Klane 06/2026

In mehreren Bundesländern gibt es eine grundsätzliche Solar-Pflicht bei Dachsanierung und Neubau, die umgangssprachlich als Photovoltaik-Pflicht (PV-Pflicht) deklariert wird. So meinen viele Hausbesitzer, im Fall einer Dachsanierung nur die Möglichkeit einer PV-Anlage zu haben, die sie hinzubauen müssten. Diese Pflicht ist jedoch auch mit einer Solarthermieanlage erfüllbar.

Auf der Internetseite vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft von Baden-Württemberg findet man Zitat Anfang: Beim Neubau von Gebäuden und bei grundlegenden Dachsanierungen kann die Photovoltaikpflicht gemäß Paragraf 23  Absatz 4 Nummer 1 Buchstabe a Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg auch durch die Installation einer solarthermischen Anlage zur Wärmeerzeugung erfüllt werden. Eine Kombination von Photovoltaik und Solarthermie ist ebenso möglich. Mit den Kollektoren einer solarthermischen Anlage ist die Photovoltaikpflicht entsprechend dem genutzten Flächenanteil ebenfalls erfüllt. .. Zitat Ende (abgerufen am 03.06.2026).

Da eine Solarthermieanlage nur ein Drittel der Dachfläche einer PV-Anlage mit gleicher Leistung erfordert, könnten viel mehr Hausbesitzer in den Genuss solaren Warmwassers bzw. Heizungsunterstützung kommen.

Über kurz oder lang wird der Bund für PV-Neuanlagen die Einspeisevergütung kappen – was volkswirtschaftlich sinnvoll ist, da die Stromnetze immer häufiger mit fluktuierendem Solarstrom übersättigt sind. Dies belastet die Allgemeinheit mit zusätzlichen Kosten.

Wenn die Förderung für Neuanschaffungen von PV-Anlagen gekippt wird, entsteht für den Hausbesitzer das gleiche Problem, das die Solarthermie schon immer hat: Die Überschüsse, die die Solaranlagen in den Sommermonaten generieren, werden nur teilweise gebraucht. Hausbesitzer können zusätzliche Wege beschreiten, um diese Überschüsse sinnvoll zu nutzen.

PV-Überschüsse können u.a.

  • mittels intelligenter Heizstäbe in die Wärmeversorgung integriert werden. Damit sind über die klassische Wärmeversorgung hinaus weitere Anwendungen möglich, die andernfalls verschwenderisch erscheinen wie z.B. Temperierung oder gar Trocknung von nördlich gelegenen Räumen im Haus und von Kellern, Beheizung eines Gartenpools.
  • E-Autos laden

Eine sinnvolle Einbindung einer PV-Anlage in die bestehende Haustechnik ist wichtig – wie das bei Solarthermie schon längst der Fall ist -, weil zukünftig nur noch der Eigenverbrauch von PV-Strom lukrativ sein wird.

Da eine Solarthermieanlage ein Drittel der Dachfläche einer Photovoltaikanlage mit gleicher Leistung benötigt, ergeben sich für die Umsetzung attraktive Möglichkeiten. In vielen Konstellationen fällt eine sinnvolle Einbindung mit Solarthermie leichter, als über den Strompfad zu gehen. Kreativität und geschickte Umsetzung sind der Schlüssel zu nachhaltiger Solartechnik.